• Daniel Trachsel

Das Gänseblümchen – eine unscheinbare Pflanze mit grosser Wirkung


Unscheinbar und klein und doch ist sie überall in den Gärten, Wiesen, Parks und am Wegrand zu finden – das Gänseblümchen. Was es mit den Gänsen zu tun hat, kann ich nur erraten. Was es aber für unsere Gesundheit bewirkt, das weiss ich sehr genau.

Das Gänseblümchen ist auch unter den Namen Morgenblume, Angerblümchen, Dragonerblume, Mümmeli, Ringelröschen, Wundwurz oder auch Beulenwurz bekannt. Der Name Wundwurz trifft einen wichtigen Kern des Wirkspektrums wie wir später noch sehen werden.

Die botanische Bezeichnung setzt sich aus den beiden Wörtern «Bellis», aus dem lateinischen bellus für schön und aus dem Beinamen perennis für ausdauernd, zusammen. Sie ist also unsere Schöne Ausdauernde, denn sie blüht das ganze Jahr über, schliesst über Nacht die Blütenblätter und wendet das Blütenköpfchen dem Verlauf der Sonne entlang von Osten nach Westen.


Seit Jahrhunderten wird sie in der Pflanzenheilkunst als Tinktur eingesetzt bei Kopfverletzungen, Unterleibsverletzungen, Schlägen und Quetschungen der Brust, Rheuma, Gicht, Hauterkrankungen, Furunkeln, eitrigen Prozessen, Hautjucken und Magenbeschwerden. Das ist ja schon ein gewaltiges Spektrum an Heilpotenzial und hier sieht man schon sehr gut, woher der Name Wundwurz kommt.

In der Homöopathie haben wir die Symptome gerne genauer. Auffallend bei Bellis perennis ist, dass Beschwerden wie Magenschmerzen oder auch Hautausschläge auftreten als Folge von Überhitzung gefolgt von schneller Abkühlung. Zum Beispiel durch kaltes Trinken oder kaltes Baden.



Bellis perennis heilt Verletzungen mit dem Gefühl von Zerschlagenheit und Lahmheit oder bleierner Müdigkeit. Dieses Gefühl finden wir sehr oft nach Prellungen, Verrenkungen, Verstauchungen, Quetschungen oder als Folge von Stürzen. J. C. Burnett, welcher dieses Mittel in die Homöopathie eingeführt hat, empfahl es auch bei Tumoren der Brust, die nach einem Schlag oder nach Quetschung aufgetreten sind. Aus der Praxis kann ich dies bestätigen und ich verschreibe Bellis perennis auch gerne nach Brustverletzungen zum Beispiel nach Autounfällen oder Mammographie. Zudem hilft es nach der Geburt zur Rückbildung der Gebärmutter und zur Wundheilung. Hierbei wird oft beschrieben es fühle sich an, als ob die Gebärmutter herabhänge oder unten herausgepresst würde. Sobald Überanstrengung, Überarbeiten, Überstrapazieren zu gesundheitlichen Beschwerden führen, sollte man an Bellis perennis als homöopathische Arznei denken. Auch bei Berufen wie Gärtnern oder Bodenlegern, wo das Knie Beschwerden macht, hilft dieses Mittel. Ein auffallendes Detail ist, dass Menschen die Bellis perennis benötigen, oft so um drei Uhr nachts wie zerschlagen erwachen. Generell erwacht der Bellis perennis Patient eher wie gerädert und ist verwirrt und gereizt nach dem Erwachen. Die Wirkungen dieses homöopathischen Arzneimittels auf die Haut sind teilweise wirklich verblüffend. Gerade bei Furunkeln, eitrigen Prozessen oder Akne in Zusammenhang mit der Menstruation ist Bellis perennis sehr hilfreich.

Das Gänseblümchen ist eine unterschätzte Heilpflanze und in unseren Gärten wird sie zertrampelt, zerquetscht und gestaucht. Doch sie richtet sich immer wieder auf und blüht wieder. Und genau das kann Bellis perennis als homöopathisches Arzneimittel auch mit uns machen. Sie richtet uns wieder auf und bringt uns zum Blühen.



15 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen