Brustkrebs – wenn eine Diagnose das Leben verändert

Der Oktober steht weltweit im Zeichen des Brustkrebses. Der Breast Cancer Awareness Month möchte Aufmerksamkeit schaffen, über Risikofaktoren und Früherkennung informieren und die Situation von Betroffenen und ihren Familien sichtbar machen.
Eine Brustkrebsdiagnose kann von einem Moment auf den anderen vieles verändern: den Alltag, das Vertrauen in den eigenen Körper, Beziehungen, Zukunftspläne und das Gefühl von Sicherheit. In diesem Monatsbeitrag möchten wir deshalb nicht nur über die Erkrankung sprechen, sondern auch darüber, was Frauen selbst tun können und welche Möglichkeiten es gibt, Körper und Seele während und nach der Behandlung zu begleiten.

Was ist Brustkrebs eigentlich?
Bei Krebs verändern sich Körperzellen so, dass sie sich unkontrolliert vermehren können. Bei Brustkrebs entstehen diese Veränderungen meist in den Milchgängen oder Drüsenläppchen der Brust. Dabei ist Brustkrebs nicht gleich Brustkrebs. Es gibt verschiedene Unterformen mit unterschiedlichen biologischen Eigenschaften. Diese spielen eine wichtige Rolle bei der Wahl der medizinischen Behandlung.
Prävention und Früherkennung
Brustkrebs lässt sich nicht vollständig verhindern. Einige Faktoren können das Erkrankungsrisiko jedoch beeinflussen. Dazu gehören regelmässige Bewegung, ein gesundes Körpergewicht, möglichst wenig Alkohol sowie eine ausgewogene, naturbelassene und pflanzenbetonte Ernährung. Wichtig ist uns dabei: Eine gesunde Lebensweise ist keine Garantie dafür, nicht an Brustkrebs zu erkranken. Eine Diagnose bedeutet keinesfalls, dass jemand etwas falsch gemacht hat. Ebenso wichtig ist die Früherkennung. Frauen sollten ihre Brust kennen und Veränderungen ernst nehmen. Neu aufgetretene Knoten, Veränderungen der Haut oder Brustform, Einziehungen der Brustwarze oder ungewöhnlicher Ausfluss sollten ärztlich abgeklärt werden. Auch die empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen spielen eine wichtige Rolle.
Welche Rolle spielen Hormone?
Bei vielen Brustkrebserkrankungen spielen Östrogen und Progesteron eine Rolle. Besitzen die Krebszellen entsprechende Hormonrezeptoren, können diese Hormone das Tumorwachstum fördern. Eine antihormonelle beziehungsweise endokrine Therapie kann dann die Wirkung der Hormone blockieren oder ihre Bildung reduzieren. Begleiterscheinungen können unter anderem Hitzewallungen, Schlaf- und Gelenkbeschwerden oder Veränderungen der Sexualität sein.
Wenn auch die Seele betroffen ist

Eine Krebsdiagnose betrifft weit mehr als den Körper. Angst, Unsicherheit und die Frage nach der eigenen Zukunft können zu ständigen Begleitern werden. Während der Behandlung gibt es häufig einen klaren Plan mit Untersuchungen und Therapien. Viele Betroffene funktionieren zunächst einfach weiter. Erst später entsteht manchmal Raum für das Erlebte: Erschöpfung, Angst vor einem Rückfall, ein verändertes Körpergefühl oder die Frage: Wann werde ich mich wieder wie ich selbst fühlen? Auch Operationen, Narben, Haarausfall oder hormonelle Veränderungen können beeinflussen, wie eine Frau ihren Körper und ihre Weiblichkeit wahrnimmt. Jeder Mensch braucht seine eigene Zeit, um das Erlebte zu verarbeiten.
Auch Angehörige tragen viel mit
Eine Krebsdiagnose betrifft selten nur einen Menschen. Partnerinnen und Partner, Kinder, Eltern oder Freunde möchten unterstützen und Mut machen. Gleichzeitig erleben auch sie Angst, Hilflosigkeit und Unsicherheit. Oft stellen Angehörige ihre eigenen Bedürfnisse zurück. Doch auch sie dürfen erschöpft sein, Sorgen haben und Unterstützung annehmen. Manchmal bedeutet Begleitung nicht, Lösungen zu finden, sondern einfach zuzuhören und zu zeigen: Du musst diesen Weg nicht allein gehen.
Homöopathische Begleitung während und nach der Krebstherapie
In unserer Praxis begleiten wir Patientinnen sowohl während der onkologischen Behandlung als auch in der anschliessenden Regenerationsphase. Unsere Arbeit verstehen wir dabei als Ergänzung zur schulmedizinischen Onkologie. Für die homöopathische Begleitung betrachten wir nicht allein die Diagnose Brustkrebs, sondern die individuelle Reaktion auf Erkrankung und Therapie. Erschöpfung, Übelkeit, Schlafprobleme, Schleimhaut- oder Hautbeschwerden, Verdauung, Ängste sowie Beschwerden unter einer antihormonellen Therapie können Teil der ausführlichen Anamnese sein. Aus diesen Puzzleteilen entsteht ein individuelles Gesamtbild. Darauf aufbauend wählen wir die homöopathische Begleitung aus und passen sie im Therapieverlauf an die aktuelle Situation an. In unserer täglichen Praxis berichten uns Patientinnen immer wieder, dass sie sich dadurch während belastender Therapiephasen unterstützt fühlen und Beschwerden als weniger belastend erleben.

Ernährung und eine gute Nährstoffversorgung
Wir empfehlen in unserer Praxis eine möglichst naturbelassene, pflanzenbetonte Ernährung und raten dazu, zugesetzten Zucker und stark zuckerhaltige Lebensmittel deutlich zu reduzieren. Dabei geht es nicht darum, einen Tumor durch Zuckerverzicht „auszuhungern“. Vielmehr möchten wir eine ausgewogene Ernährung und ein gesundes Körpergewicht unterstützen. Auch die Versorgung mit Vitamin D und Vitamin C sowie der Eisenstatus kann individuell überprüft werden. Bestehende Mängel sollten erkannt und gezielt ausgeglichen werden.
Weitere Möglichkeiten der Begleitung
Auch andere Ansätze können ihren Platz haben. Bewegungstherapie kann helfen, Kraft und Ausdauer wieder aufzubauen. Qigong und Atemtherapie verbinden Bewegung, Atmung, Entspannung und bewusste Körperwahrnehmung. Die Misteltherapie wird insbesondere im deutschsprachigen Raum komplementär eingesetzt, unter anderem mit dem Ziel, Wohlbefinden und Lebensqualität zu unterstützen. Ob sie individuell geeignet ist, sollte mit dem behandelnden onkologischen Team besprochen werden.
Fazit
Brustkrebs verändert vieles – körperlich, emotional und häufig auch innerhalb einer Familie. Eine gute Begleitung darf deshalb verschiedene Ebenen miteinander verbinden. Für uns gehören die onkologische Behandlung und Nachsorge ebenso dazu wie Ernährung, Bewegung, Nährstoffversorgung, emotionale Unterstützung und weitere komplementäre Möglichkeiten. Auch die Homöopathie hat in unserer Praxis ihren Platz – sowohl während der Krebstherapie als auch in der anschliessenden Regenerationsphase. Im Mittelpunkt steht dabei immer der einzelne Mensch mit seiner Geschichte und seinen Bedürfnissen. Denn jeder Weg ist anders – und niemand sollte ihn allein gehen müssen.





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