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Gut vorbereitet in die Grippezeit – den Körper frühzeitig unterstützen

Autorenbild: Michelle Kelterborn
Michelle Kelterborn
4. Sept.
4 Min. Lesezeit

Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, beginnt für viele Familien wieder die Erkältungs- und Grippezeit. Gerade jetzt lohnt es sich, nicht erst zu reagieren, wenn Halsweh, Schnupfen oder Husten bereits da sind, sondern frühzeitig auf den eigenen Körper zu achten.

Ausreichend Schlaf, Bewegung an der frischen Luft, eine ausgewogene Ernährung und bewusste Erholungszeiten schaffen eine gute Basis für die kalte Jahreszeit. Auch eine ausreichende Versorgung mit wichtigen Nährstoffen und eine individuelle homöopathische Begleitung können aus Sicht unserer Praxis Teil einer ganzheitlichen Vorbereitung sein.

 

Das Immunsystem im Blick behalten

Unser Immunsystem arbeitet jeden Tag für uns. Damit es seine vielfältigen Aufgaben erfüllen kann, braucht der Körper vor allem gute Rahmenbedingungen. Regelmässige Bewegung, ausreichend Schlaf und Erholung, eine abwechslungsreiche Ernährung, genügend Flüssigkeit und ein bewusster Umgang mit Stress bilden dafür eine wichtige Grundlage.

Es geht also weniger darum, das Immunsystem möglichst stark „anzukurbeln“, sondern darum, dem Körper das zur Verfügung zu stellen, was er für seine normale Funktion benötigt.

 

Vier wichtige Nährstoffe im Blick

Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei und schützt die Zellen vor oxidativem Stress. Gute natürliche Quellen sind Peperoni, Brokkoli, Kiwi, Beeren und Zitrusfrüchte. Im Vordergrund sollte eine ausreichende Versorgung über eine abwechslungsreiche Ernährung stehen.

Vitamin D spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für die normale Funktion des Immunsystems. Da unser Körper Vitamin D mithilfe von Sonnenlicht selbst bildet, kann die Versorgung besonders während der dunkleren Herbst- und Wintermonate ein Thema sein. Bei Unsicherheit kann eine Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels hilfreich sein.

Zink wird für zahlreiche Vorgänge im Körper benötigt und trägt ebenfalls zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Natürliche Quellen sind unter anderem Fleisch, Milchprodukte, Eier, Hülsenfrüchte, Nüsse und Vollkornprodukte.

Omega-3-Fettsäuren sind wichtige Bestandteile unserer Zellmembranen und an der Regulation von Entzündungsprozessen beteiligt. Gute Quellen sind fettreiche Fische wie Lachs, Hering oder Sardinen. Baumnüsse, Lein- und Chiasamen liefern die pflanzliche Omega-3-Fettsäuren.

Grundsätzlich gilt auch bei Nährstoffen: Mehr ist nicht automatisch besser. Nahrungsergänzungsmittel sollten deshalb gezielt und nach individuellem Bedarf eingesetzt werden.



Bewährte Hausmittel für die kalte Jahreszeit

Neben Ernährung und Nährstoffen haben auch einfache Hausmittel ihren Platz. Viele davon werden seit Generationen weitergegeben und können Wärme, Kühlung oder einfach einen wohltuenden Moment der Ruhe schenken.

Brennnesseltee ist ein beliebter Begleiter in der kalten Jahreszeit. Brennnesseln enthalten verschiedene Pflanzenstoffe, Vitamine und Mineralstoffe, darunter auch Vitamin C und Eisen. Gleichzeitig sorgt eine warme Tasse Tee für Flüssigkeit und eine kleine Auszeit.

Bei einem Bedürfnis nach Kühlung können Quarkwickel als angenehm empfunden werden. Sie werden traditionell als kühlende Umschläge eingesetzt. Wichtig ist dabei immer das persönliche Empfinden: Wer fröstelt oder Kälte als unangenehm empfindet, sollte auf kühlende Anwendungen verzichten.

Ein ansteigendes Fussbad kann bei Frösteln, kalten Füssen oder dem Gefühl eines beginnenden Infekts wohltuend sein. Dabei wird mit angenehm warmem Wasser begonnen und nach und nach wärmeres Wasser hinzugegeben. Bei bestehendem Fieber, Kreislaufproblemen oder starkem Krankheitsgefühl sollte auf zusätzliche Wärmebelastung verzichtet werden.

Und manchmal sind die einfachsten Dinge die wichtigsten: ausreichend trinken, Ruhe, Schlaf und dem Körper Zeit zur Erholung geben.

 

Welche Rolle kann die Homöopathie in der Vorbereitung spielen?

Viele Menschen kommen bereits vor Beginn der Erkältungssaison in unsere Praxis, weil sie sich eine individuelle Begleitung wünschen. Dabei unterscheiden wir zwischen akuten Beschwerden und einer konstitutionellen beziehungsweise chronischen Begleitung.

Wenn jemand sehr häufig unter Infekten leidet, immer wieder ähnliche Beschwerden entwickelt oder lange braucht, um sich vollständig zu erholen, schauen wir genauer hin. Wie verlaufen die Infekte? Gibt es bestimmte Zeiten oder Situationen, in denen sie gehäuft auftreten? Wie sind Schlaf, Energie und allgemeines Wohlbefinden?

Aus diesen vielen kleinen Puzzleteilen entsteht für uns ein Gesamtbild. Darauf aufbauend suchen wir eine homöopathische Begleitung, die möglichst gut zur individuellen Situation des Menschen passt. Deshalb gibt es nicht das eine homöopathische Mittel, das für jeden Menschen zur Vorbeugung geeignet ist.



Wenn doch ein Infekt kommt

Bei akuten Beschwerden verändert sich der homöopathische Blick. Nun interessiert uns vor allem, wie sich die Erkrankung beim einzelnen Menschen zeigt.

Kam sie plötzlich oder schleichend? Stehen Frösteln, Hitze, Halsweh oder Gliederschmerzen im Vordergrund? Besteht viel oder wenig Durst? Was tut gut und wodurch werden die Beschwerden stärker?

Diese individuellen Merkmale spielen bei der homöopathischen Mittelwahl eine wichtige Rolle. Zwei Menschen mit scheinbar demselben Infekt können deshalb aus homöopathischer Sicht unterschiedliche Mittel benötigen.

Die Homöopathie verstehen wir dabei als ergänzende Begleitung. Sie ersetzt keine medizinisch notwendigen Vorsorge- oder Behandlungsmassnahmen. Bei hohem oder länger anhaltendem Fieber, Atemnot, starken Beschwerden oder einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustandes ist eine ärztliche Abklärung wichtig.

 

Fazit

Eine gute Vorbereitung auf die Grippezeit beginnt bereits, bevor die ersten Beschwerden auftreten. Ausreichend Schlaf, Bewegung, Erholung und eine ausgewogene Ernährung schaffen eine wertvolle Grundlage. Auch die Versorgung mit Vitamin C, Vitamin D, Zink und Omega-3-Fettsäuren kann dabei bewusst in den Blick genommen werden.

Traditionelle Hausmittel können zusätzlich kleine wohltuende Begleiter durch die kalte Jahreszeit sein. Und auch die Homöopathie kann aus Sicht unserer Praxis ihren Platz haben – als individuelle konstitutionelle Begleitung oder, wenn ein Infekt bereits da ist, abgestimmt auf die jeweiligen akuten Beschwerden.

Im Mittelpunkt steht dabei immer der einzelne Mensch und die Frage: Was braucht mein Körper, um gut durch Herbst und Winter zu kommen?



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