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Gut durch die Grippezeit – das Immunsystem im November stärken

Autorenbild: Michelle Kelterborn
Michelle Kelterborn
1. Okt.
3 Min. Lesezeit


Wenn die Tage kürzer werden, die Temperaturen sinken und wir wieder mehr Zeit in geschlossenen Räumen verbringen, beginnt auch die Erkältungs- und Grippezeit. Husten, Halsschmerzen, Schnupfen und Müdigkeit gehören für viele Menschen zu den wiederkehrenden Begleitern der kalten Jahreszeit. Gerade jetzt lohnt es sich, dem eigenen Körper etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Denn unser Immunsystem arbeitet täglich für uns und wir können einiges dazu beitragen, es in seiner normalen Funktion zu unterstützen.


Erkältung oder echte Grippe?

Nicht jeder grippale Infekt ist eine Grippe. Eine gewöhnliche Erkältung entwickelt sich meist langsam, häufig mit Halskratzen, Schnupfen oder Husten. Die echte Grippe, auch Influenza genannt, beginnt dagegen oft plötzlich. Hohes Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen sowie ausgeprägte Erschöpfung können den Alltag innerhalb weniger Stunden zum Stillstand bringen.




Welche Vitamine und Nährstoffe sind jetzt sinnvoll?

Eine ausgewogene Ernährung bildet die Grundlage für eine gute Nährstoffversorgung. Besonders im Winter rücken einige Vitamine und Spurenelemente in den Vordergrund.

  • Vitamin C trägt zur normalen Funktion des Immunsystems bei. Gute Quellen sind beispielsweise Peperoni, Broccoli, Kiwi und Zitrusfrüchte.

  • Vitamin D spielt ebenfalls eine Rolle für die Immunfunktion. Da unsere Haut in den Wintermonaten weniger Vitamin D durch Sonnenlicht bildet, kann es sinnvoll sein, die individuelle Versorgung zu überprüfen und bei Bedarf gezielt zu ergänzen. Wir empfehlen Vitamin D3+K2 einzunehmen.

  • Zink ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt und unterstützt die normale Funktion des Immunsystems. Es steckt unter anderem in Kürbiskernen, Hülsenfrüchten, Haferflocken und Nüssen.

  • Auch Omega-3-Fettsäuren sind Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Sie finden sich beispielsweise in fettreichem Fisch, Baumnüssen und Leinsamen.

Nicht jede Person benötigt jedes Nahrungsergänzungsmittel. Entscheidend ist, mögliche Mängel zu erkennen und Ergänzungen gezielt statt wahllos einzusetzen.


Schlaf und Stress – oft unterschätzte Faktoren

Gerade in der dunkleren Jahreszeit spüren viele Menschen, dass ihre Energiereserven schneller aufgebraucht sind. Beruf, Familie und Verpflichtungen laufen weiter, während der Körper vielleicht nach mehr Ruhe verlangt. Ausreichender Schlaf unterstützt die normale Immunfunktion. Wer dauerhaft zu wenig schläft, ist unter Umständen anfälliger für Infekte. Auch anhaltender Stress kann den Körper belasten. Deshalb dürfen kleine Ruheinseln bewusst zum Alltag gehören: ein Spaziergang an der frischen Luft, ein ruhiger Abend ohne Bildschirm, regelmässige Mahlzeiten oder einige Minuten bewusstes Atmen. Manchmal ist die beste Unterstützung für unseren Körper nicht ein zusätzliches Präparat, sondern die Erlaubnis, einen Gang zurückzuschalten.


Was hilft bei den ersten Anzeichen eines Infekts?

Wenn sich ein Infekt ankündigt, sind Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und eine angenehme Raumluft oft besonders wohltuend. Warmer Kräutertee kann bei Halsbeschwerden guttun. Bei kalten Füssen und beginnendem Frösteln kann auch ein warmes Fussbad angenehm sein – allerdings nicht bei Fieber oder Kreislaufproblemen. Wichtig ist, auf die Signale des Körpers zu hören. Wer krank ist, braucht Erholung. Sich trotz deutlicher Beschwerden durch den Alltag zu kämpfen, hilft meist wenig.


Homöopathische Akutmittel für zu Hause

In unserer Praxis begleiten wir Menschen sowohl mit einer individuell abgestimmten homöopathischen Behandlung als auch bei akuten Beschwerden. Bei der Auswahl eines homöopathischen Mittels betrachten wir nicht nur die Diagnose, sondern vor allem das persönliche Beschwerdebild: Wie haben die Symptome begonnen? Was verschlimmert oder lindert sie? Wie fühlt sich der Mensch insgesamt? Zu den Mitteln, die in der klassischen Homöopathie bei Erkältungsbeschwerden häufig beschrieben werden, gehören:

  • Aconitum: bei sehr plötzlich einsetzenden Beschwerden, beispielsweise nach kaltem Wind, mit Unruhe und Frösteln.

  • Belladonna: bei rasch auftretendem Fiebergefühl, gerötetem Gesicht und ausgeprägter Hitze.

  • Ferrum phosphoricum: bei beginnenden, noch wenig ausgeprägten Erkältungsbeschwerden und eher unklaren Smptomen.

  • Hepar sulfuris: bei starker Empfindlichkeit gegenüber Kälte und Zugluft sowie stechenden / splitterartigen teilweise eitrigen Halsschmerzen.

  • Rumex: bei trockenem Reizhusten, der sich durch kalte Luft oder tiefes Einatmen verstärkt.

Auch für eine Hausapotheke empfehlen wir, die Auswahl und Anwendung der Mittel individuell zu besprechen.


Akutbehandlung oder längerfristige Begleitung?

Nicht jeder Mensch erlebt die Erkältungszeit gleich. Während manche nur gelegentlich einen Infekt haben, fühlen sich andere über Wochen erschöpft oder werden immer wieder krank. Bei akuten Beschwerden steht das momentane Symptombild im Vordergrund. In einer längerfristigen homöopathischen Begleitung nehmen wir uns dagegen Zeit für eine ausführliche Anamnese. Neben körperlichen Beschwerden interessieren uns auch Schlaf, Stressbelastung, persönliche Empfindlichkeiten und das allgemeine Wohlbefinden. Wiederkehrende oder ungewöhnlich lang anhaltende Infekte sollten zugleich medizinisch abgeklärt werden, damit andere mögliche Ursachen nicht übersehen werden.


Fazit

Gut durch die Grippezeit zu kommen, bedeutet nicht, möglichst viele Vitamine einzunehmen oder jeden Infekt verhindern zu wollen. Vielmehr geht es darum, den Körper im Alltag gut zu versorgen: mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Schlaf, Bewegung, Erholung und einem bewussten Umgang mit Stress. Auch eine gezielte Ergänzung von Nährstoffen kann sinnvoll sein, wenn tatsächlich ein Bedarf besteht. In unserer Praxis betrachten wir darüber hinaus die individuellen Beschwerden und Bedürfnisse jedes Menschen. Vielleicht ist der November genau der richtige Moment, um wieder etwas bewusster auf den eigenen Körper zu hören und ihm die Ruhe und Fürsorge zu geben, die er gerade braucht.

 

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