• Timo Trachsel

Pflanze des Monats August

Unsere Pflanze in diesem Monat ist das schöne Bergwohlverleih - besser bekannt als Arnika!


Herkunft und Vorkommen der Arnika

Die Arnika, die in einigen Regionen noch unter Ihrem alten Namen Bergwohlverleih bekannt ist, kommt heute vor allem in Nord- und Südeuropa vor. Teilweise ist die Pflanze jedoch auch in einigen osteuropäischen Ländern bzw. in der Balkanregion zu finden. Sie besiedelt vor allem kalkarme Landschaften, die ein gewisses Säuremilieu aufweisen (z.B. Nadelwälder, Moorgebiete). Arnika ist häufiger in Berg- und Hügelgebieten anzutreffen, als im Flachland. Sie kann Höhen bis etwa 2.300 Meter besiedeln.

Die Wildbestände der Pflanze sind in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten stark zurückgegangen, weswegen Arnika heute in vielen europäischen Ländern eine streng geschützte Art ist. Einige größere Bestände befinden sich heute im Bundesland Sachsen. Hier sind vor allem die Moorrandgebiete und Magerwiesen im Erzgebirge zu nennen.

Systematik von Arnica montana

Die Echte Arnika (Arnica montana) ist ein typischer Vertreter der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist verwandt mit typischen Heilkräutern wie der Ringelblume, dem Alant oder dem Löwenzahn. Für die Gattung Arnika (Arnica) sind heute 31 verschiedene Arnikaarten bekannt, wobei die echte Arnika oder Bergwohlverleih die bedeutendste Art ist. In höheren Berglagen ist die Schmalblättrige Arnika (Arnica angustifolia) noch von Bedeutung. Einige Gärtner dürften die so genannte Chamisso-Arnika oder Amerikanische Arnika (Arnica chamissionis) kennen, die vor allem als Zierpflanze angebaut wird.

Synonyme Namen der Echten Arnika sind neben Bergwohlverleih noch Bergarnika, Fallkraut, Engelskraut oder Wolfsauge.



Merkmale von Arnika

Arnika ist eine charakteristisch krautige und mehrjährige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 20 und 60 cm erreichen kann. Im Boden bildet die Arnika zylindrische, dunkelbraune bis fast schwarze Rhizome aus, die als Überdauerungs- sowie Reproduktionsorgane dienen und durchaus einige Meter lang sein können. Neben den Rhizomen befindet sich in der Wurzelzone ein feines dichtes Wurzelwerk bestehend aus zahlreichen Wurzelhaaren.

Die Blätter der Echten Arnika sind hellgrün gefärbt und zeigen meist eine eiförmige bis lanzettliche Form. Die Blattränder sind rund. Die Oberfläche der Arnikablätter ist sporadisch bis vollständig behaart. Die oberen Blätter sind meist etwas spitzer zulaufend als die unteren grundständigen Blätter. Meist formen zwei Blätter eine Blattrosette. Häufig sind die unteren Blätter (Grundblätter) der Arnika leicht gezähnt und sind gewellt. Auffällig sind die Blattnerven der Pflanze, die stets senkrecht von oben nach unten verlaufen.

In der Blütezeit, die häufig zwischen Mai bis Anfang September zu erwarten ist, erscheinen die gelben Korbblüten, die einen Durchmesser von bis zu 9 Zentimetern erreichen können. Jede Blüte besteht aus leuchtend gelben bis leicht orangefarbenen Zungenblüten sowie aus den in der Mitte befindlichen honiggelben Scheibenblüten. Ein charakteristisches Erkennungsmerkmal sind die jeweils dreizahnigen Randblüten. Jede Pflanze kann bis zu drei Blüten tragen, wobei häufig auch nur eine Blüte ausgebildet wird.

Im Anschluss an die Blütezeit, bilden sich die bestielten Früchte (Achänen) aus, die einen weißen Schirm (Pappus) tragen. Von der Mitte der Frucht gehen die schwarzen, langgestielten Samen aus. Arnika wird aufgrund des Fruchttyps vorwiegend durch Wind ausgebreitet.



Wann wird Arnica eingesetzt?

Arnica ist das beste homöopathische Mittel bei Verletzungen und Gewebsschäden aller Art. Es kann auch dann eingesetzt werden, wenn das eigentliche Verletzungsereignis bereits weiter zurückliegt.

Die Arnica-Wirkung soll Blutungen, Schmerzen und Schwellungen nach einem Sturz oder sonstigen Verletzungen verringern und den Heilungsprozess günstig beeinflussen.

Die homöopathische Zubereitung von Arnica eignet sich aber nicht nur zur innerlichen, sondern auch zur äußerlichen Anwendung. Durch Auflagen, Umschläge und Einreibungen könnten Entzündungsreaktionen und Verletzungen der Haut gemildert werden.


Typische Symptome und Beschwerden, die auf Arnica als passendes homöopathisches Arzneimittel hinweisen, sind:

  • Zerschlagenheitsgefühl

  • Lahmes, gequetschtes, geprelltes Gefühl oder Wundheitsgefühl am ganzen Körper

  • Kann nicht schlafen, weil sich das Bett zu hart anfühlt

  • Jede körperliche Bewegung wird vermieden

  • Benommen und zitternd, mit Neigung zur Ohnmacht

  • Verwirrt nach einer Verletzung

  • Übelkeit und Kopfschmerzen nach einer Verletzung

  • Der Verletzte sagt, es sei alles in Ordnung und er möchte in Ruhe gelassen werden

  • Fürchtet sich vor Berührung und hat Angst davor, dass eine Behandlung alles noch verschlimmert

  • Die Beschwerden werden besser: durch Ruhe und Hinlegen, Aufenthalt im Freien, Wärme.

  • Beschwerden werden schlimmer: durch Bewegung und Berührung, körperliche Überanstrengung, Kälte, Erschütterungen, hartes Bett.



Wie wird Arnica angewendet?

Arnica montana ist ein homöopathisches Einzelmittel, das als Arnica-Globuli, Tabletten oder als Tropfen erhältlich ist. Zur äußeren Anwendung gibt es Arnica-Tinktur, die man für Umschläge oder Bäder verwenden kann. Allerdings kann man auch Arnica-Tropfen benutzen, um Verletzungen äußerlich zu behandeln.

Auch viele homöopathische Komplexmittel, die zur Behandlung von Verletzungsfolgen empfohlen werden, enthalten Arnica montana. Diese gibt es in Tabletten-, Tropfen-, Spray- und Salbenform. Für unterwegs gibt es sogar Feuchttücher, die mit Arnica versetzt sind.

Kleinere Blessuren eignen sich besonders für die wiederholte Arnica-D6-Anwendung. Im Notfall ist das aber nicht die einzige mögliche Dosierung. Arnica D6 wird am häufigsten benutzt, aber letztendlich kommt es darauf an, Arnica so schnell wie möglich zu verabreichen und nicht, ob man Arnica D4, Arnica D6 oder D12 benutzt.

Höhere Potenzen, wie beispielsweise Arnica C200, sollten möglichst nur nach Verordnung durch einen Homöopathen eingesetzt werden. Sie kommen bei schweren Verletzungen oder den Spätfolgen zurückliegender Unfälle zum Einsatz. In beiden Fällen ist von einer Selbstbehandlung abzusehen. Hier ist es auch möglich, mit Hochpotenzen wie Arnica C1000 erfolgreich zu behandeln.

Homöopathische Arzneimittel haben keine Nebenwirkungen, beim Auftreten von Erstverschlimmerungen muss aber die Einnahme von Arnica unterbrochen werden. Bei Selbstmedikation sollen sich die Beschwerden rasch bessern.



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